Jahresrückblick 2020

Aus dem Gemeinderat

Am Himmel über Altbach ist es viel ruhiger geworden. Endlich! Aber um welchen Preis? Ein bösartiges Virus hält Land und Welt in Atem mit den allseits spürbaren Folgen: vordem undenkbare Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben, Gefährdung und Verlust von Arbeit und Brot, das Risiko schwerer und lebensbedrohender Erkrankungen. In dieser Situation den Schutz des Lebens an die Spitze aller Maßnahmen zu stellen, zeichnet Deutschland und seine Regierung vor manchen anderen Ländern aus. Wir halten dieses verantwortungsvolle Handeln für richtig und angemessen, wohl wissend, dass den Menschen materiell, vor allem aber emotional viel abverlangt wird. Das zu kritisieren entspricht unserem Demokratieverständnis, nicht aber ein Auftreten in der Öffentlichkeit, bei dem man in Kauf nimmt, andere Menschen mit dem Virus zu infizieren..

Unsere Gemeinde scheint bisher glimpflich davongekommen zu sein. Wir hoffen, dass es so bleibt und alle Regeln befolgt werden. Dass diese ständigen Änderungen unterliegen, kann den nicht überraschen, der bedenkt, dass von Convid 19 eine Pandemie ausgelöst wurde, zu der es bisher keine Erfahrungswerte gab. Trotzdem konnte der Gemeinderat intensiv und konstruktiv arbeiten. Nur zwei Sitzungen fielen aus, im übrigen tauschte man den Ratssaal mit der Gemeindehalle, um den Abstandsregeln zu genügen. Ja, in einer Hinsicht hat die Pandemie möglicherweise die Arbeit des Gremiums befördert: Die vor allem von den Gemeinderäten der SPD seit langem und wiederholt angemahnte Digitalisierung hat begonnen. Die Gemeinderäte bekommen Tablets und werden also künftig dafür sorgen, dass Papiermengen und -kosten spürbar zurückgehen.

Besonders wichtig war unseren 6 Gemeinderäten/-innen der Fortgang der Sanierung des Gerätehauses der Feuerwehr. Diese Maßnahme haben wir vor der Kommunalwahl 2019 auf Platz 1 der nötigen Projekte gesetzt. Es ist auf einem guten Weg, auch wenn mancher sich mehr Tempo wünschen dürfte. Aber weder nach Kostendisziplin noch nach Terminen können uns S 21 oder BER das Wasser reichen.

Zum Wahlprogramm 2019 gehört auch die Förderung des Fahrradverkehrs, vor allem die Verbindung der Radwege von und nach Esslingen bzw. Plochingen durch Altbach. Dazu hat die SPD-Fraktion im Herbst eine interne Informations- und Fortbildungsveranstaltung durchgeführt, deren Ergebnis ein Antrag zur Erarbeitung eines Radwegkonzepts war – übrigens nicht identisch mit dem Radschnellweg von Reichenbach über Altbach – Esslingen nach Stuttgart. Ebenfalls untersucht werden sollen die Kosten und Möglichkeiten fürabschließbare Fahrradboxen am Bahnhof. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

Vielleicht sollte man mal wieder darauf hinweisen: Alle guten Ideen brauchen Mehrheiten. So hat die SPD auch der Wiederaufnahme ihrer Initiative zum Bau von einer oder zwei Stromtankstellen in Altbach zugestimmt, auch wenn die Neuauflage des Antrags nicht von ihr kam. Manchmal tut es auch eine Anregung ohne Abstimmung: So konnten wir erreichen, dass digitale Endgeräte für die Schule mit Hilfe des „Konjunkturprogramms Soforthilfe“ beschafft wurden.

Es konnten also einige von uns vor der Kommunalwahl angesprochene Themen umgesetzt oder zumindest auf den Weg gebracht werden. Schön wäre es, wenn dies in absehbarer Zeit auch beim Alten Rathaus, dem „Schlössle“ gelänge. Ein tragfähiges und finanzierbares Konzept steht noch aus. Unser Ziel ist nach wie vor eine Nutzung durch die Bürgerschaft und nicht der Verkauf und die Nutzung zu Wohn- und Gewerbezwecken.

Wir können natürlich unsere Gemeinderatsarbeit schlecht selber benoten; das dürfen und sollen unsere Wähler*innen tun. Gute Noten indes gab es für zwei unserer Gemeinderäte,  die ein rundes Jubiläum im Rat feiern konnten.

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